Luxus bei Nahrungsmitteln – Discounter oder Wochenmarkt?

Luxus bei Nahrungsmitteln â€
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"Edel", "Gourmet", "Feine Kost" oder "Deluxe" sind Etiketten. Was drin ist, wird offenbar nicht so genau genommen, wenn man einem Bericht der WELT trauen darf -die Begriffe sind nicht geschützt, und im Prinzip darf also jeder mal ran an die "Luxus-Produkte".

Echten Luxus kann man sich vor allem auf dem Gebiet der Speisen nicht leisten – das jedenfalls behaupten die selbst ernannten Anwälte der "armen Menschen". Doch da liegt schon der Hund begraben: Viele Menschen wissen gar nicht mehr, wie sie sich aus Marktzutaten ein schmackhaftes Essen bereiten könnten. Da lockt die Dose mit der Aufschrift "Gourmet" natürlich doppelt, wenn sie beim Discounter im Regal steht.

Gute Köche beweisen den angeblich "armen" Menschen schnell, wie sie mit sich mit wenig Aufwand gut und schmackhaft ernähren können – und da wundern sich diese dann oft: Frische Zutaten schmecken eben besser, und sie sind auf dem Gemüsemarkt preiswert zu haben. Beispiel Spargel: Während der Spargelzeit werden die krummen Stangen immer wieder untergepflügt – kein Deutscher will sie schälen. In Ungarn geht deshalb der ausgesuchte, gerade Spargel fast ausschließlich in den Export: Für den Inländer mit Luxusbedürfnis gibt es eine Qualität "extra", die in Deutschland nicht einmal Hartz IV-Emfänger kaufen würden, die aber in Budapest als teure Delikatesse gilt und gut und gerne mit 6 Euro das Kilo bezahlt wird.

Luxus bei Nahrungsmitteln heißt erstens frische Ware und zweitens gute Zubereitung – ein Luxus, den sich jeder leisten kann, oder besser: den sich jeder leisten könnte, wenn er wollte. Auf diese Wiese ist Luxus ganz einfach zu bekommen – aber man muss ihn schon wollen, den preiswerten Luxus.


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