Luxus, wie ist dein Name?

Früher, ja früher – also sagen wir mal: Genaugenommen noch vor ein paar Monaten war klar definiert, was luxus ist: irgendetwas, das man kaufen kann und auf dem ein Name stand, den irgendwie der Windhauch von Klasse umwehte. Der Markenfetischismus ging so weit, dass man letztlich alles verkaufen konnte, wenn nur die richtigen Buchstaben draufstanden. Qualität? Ach ja, das ist was für Leute, die sich nicht viel leisten können – da muss es eben lange halten. Bei den Marken tat es dann oft – Pardon, liebe Markenhersteller – auch mal eine Qualität zweiter Wahl, denn lange trug man die Sachen ohnehin nicht.

Nun, nun – aber das Handy mit Goldüberzug? Oder dieses andere, das mit Schweizer Präzision aus soundsoviel Teilen besteht und ein feinmechanisches Wunderwerk darstellt, ist das etwa nichts? Nun, selbst der reiche Spender weiß: Es gibt so etwas wie das schnelle Sterben der Technik – und was ist dann der Goldhauch oder das Saphirglas noch wert, das die äußere Hülle verziert? Klar kann man sich das Notebook mit Lederüberzug kaufen – doch die Tasche aus Leder, elegant auf dem Schoß getragen, imponiert eben länger als jedes Notebook und lebt auch dann noch, wenn der lederüberzogene Computer schon im Technikmuseum steht.

Luxus? Irgendwie müssen wir Luxus wohl umdefinieren, denn machen wir uns nichts vor: Das gute Design in Verbindung mit der Spitzenqualität, das einst der Inbegriff des Luxus war, wurde inzwischen teilweise entwertet.

Was tun wir in dieser Situation? Sicher nicht nur, was die FAZ empfiehlt: "Wenn Luxus jener Aufwand ist, der über das Notwendige hinausgeht, gibt es ja durchaus noch andere Möglichkeiten, ihm zu frönen. Zum Beispiel, indem man sich eine eigene Meinung bildet." Also, etwas mehr als eine eigene Meinung hätten wir schon nach gerne, nicht wahr?


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